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Fahrzeugtechnik-Ecke mit Gentle Swiss Racing

Fahrzeugtechnik-Ecke mit Gentle Swiss Racing - Teil 2: Fahrwerk und Fahrverhalten

Im zweiten Teil unserer Fahrzeugtechnik-Ecke geht Sascha Thielauf die Besonderheiten der Radaufhängung, Lenkung, Gewichtsverteilung und das Fahrwerk ein.
Fahrzeugtechnik-Ecke mit Gentle Swiss Racing - Teil 2: Fahrwerk und Fahrverhalten

Die Radaufhängung ist bei unserem Aston Martin durch unabhängige Doppeldreieckslenker an der Vorder- und Hinterachse geregelt. Der Radträger wird von zwei quer zur Fahrtrichtung angeordneten Lenkern geführt. Die Doppeldreieckslenker der Aufhängung und die Stoßdämpferhülsen bestehen aus Aluminium.

Nicht alle Fahrzeuge und Fabrikate haben die gleiche Radaufhängung. Es gibt noch die Pendelachse, McPherson Federbeinachse, Raumlenker-/Mehrlenkerachsen und noch viele mehr.

Ebenfalls gibt es einige unterschiedliche Lenkungen

  • Zahnstangenlenkung
  • Schneckenlenkung
  • Spindellenkung
  • Kugelumlauflenkung

In unseren Aston Martin ist eine Zahnstangenlenkung verbaut. Ein großes „Pro“ bei dem N24 ist die optimale Gewichtsverteilung.

Um das zu erreichen wurde bei der Konstruktion des Fahrzeugs das Gewicht so weit wie möglich zwischen den Radachsen konzentriert. Der Motor ist hinter der Vorderachse und vor der Fahrgastzelle positioniert- d.h. der Vantage hat einen Frontmittelmotor. Das Getriebe sitzt direkt vor der Hinterachse und ist mit dem Motor über ein Kardangehäuse verbunden.

Seit 2010 sind wir eine Partnerschaft mit KW-automotive im Bereich Fahrwerke eingegangen. Eine hervorragende Entscheidung, da die KW competition 3-fach verstellbaren Fahrwerke uns einen großen Schritt nach vorne gebracht haben. Bei unserem 3-fach verstellbaren Rennsportdämpfer handelt es sich um einen Einrohrdämpfer mit separatem Ausgleichbehälter. Der Dämpfer ist für den Einsatz im professionellen Motorsport konzipiert.

Das große Geheimnis, um das richtige Fahrwerkssetup zu finden ist das harmonische Zusammenspiel der in diesem und dem ersten Teil beschriebenen Komponenten.

Da diese Eigenschaften nie einzeln betrachten werden dürfen, sondern immer auch von anderen Radstellungsgrössen (Nachlauf, Sturz, Spur und Radlasten) abhängig sind, darf nicht nur eine Größe isoliert betrachtet werden, sondern passend zur Strecke, Witterung und Fahrer zum Fahrzeug, muss ein Kompromiss aus allen Radstellungsgrößen gefunden werden.

Um ein gutes Setup des Fahrwerks zu erhalten, sollte man dafür eine ausgewählte Strecke mit einem konstanten Fahrer zur Verfügung haben. Denn es gibt viele unterschiedliche Blickwinkel, aus denen das Setup betrachtet wird. Als Kriterium für die richtigen Einstellungen werden zum Beispiel die Kurven in drei unterschiedliche Abschnitte eingeteilt. Den Kurveneingang, an dem sich teilweise die Brems- und Einlenkvorgänge überlagern. Die Kurvenmitte, in der man gerade bei längeren Kehren im Teillastbereich fährt. Und als letztes der Kurvenausgang, an dem das Ziel verfolgt wird, so früh wie möglich Gas geben zu können, um Schwung auf die nächste Gerade mitzunehmen. Nicht zu unterschätzende Parameter für mich sind auch die Reifentemperaturen und der Reifendruck.

Mindestens genauso wichtig sind die Größen:

  • Besonderheiten der Rennstrecke
  • Witterung
  • Zusammenspiel von Fahrer und Fahrzeug.

Bei der Suche nach dem besten Setup werden wir durch unser Datarecording unterstützt. Dazu haben wir in unserem Aston Martin Sensoren verbaut, die uns z.B. Geschwindigkeit, Drehzahl, Gang, Rundenzeit, Gaspedalstellung und Querbeschleunigung anzeigen.

Wie ihr seht gibt es mannigfaltige Kriterien, die beachtet werden müssen, um das beste Setup und somit auch die beste Rundenzeiten zu erzielen. Da sich die Witterungsbedingungen oder aber auch der Leistungsstand der Fahrer ständig ändern, ändern sich die Variablen laufend und man wird nie DAS richtige Setup für alle Rennen finden. Und genau das macht meine Arbeit so spannend.

Beim nächsten Mal erkläre ich Euch ein etwas einfacheres, aber nicht minder wichtiges Thema: Sicherheit im Rennwagen.

Bis dahin alles Gute – Euer Sascha
Sascha Thiel, Diplom Ingenieur (FH) Fahrzeugtechnik, Renningenieur bei Gentle Swiss Racing – www.gentle-swiss-racing.com

Sind Fragen offen geblieben? Dann stellt diese im Ring1.de-Forum – Sascha geht dann gerne darauf ein!

Fahrzeug-Ecke:
Teil 1

geschrieben von: Sascha Thiel | 6.09.2010, 20:00