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Frühes Rennende trotz akribischer Vorbereitung

Frühes Rennende trotz akribischer Vorbereitung

Über den Winter hat das Team Walli am Renault Clio von semiQuarz Racing ganze Arbeit geleistet: Der Wagen musste tüchtig abspecken und wurde in zahlreichen, technischen Details verfeinert. Beim ersten Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) wollte semiQuarz Racing mit guter Performance punkten. Ein „Cent-Artikel“ vereitelte jedoch alle Pläne von Teamchef Dietmar Henke.

 

Insgesamt 25 Starter in der Klasse Cup3, in der alle Renault Cup Clio erfasst sind, hatten sich für das erste Rennen zur VLN angesagt. Dies und die renntaugliche Wetterprognose versprachen für Teilnehmer und Zuschauer ein spannendes Rennen am ersten Aprilwochenende. Dietmar Henke (Paunzhausen), Teamchef und Fahrer in Personalunion, wollte gemeinsam mit Konstantin Wolf (Unterschleißheim) sowohl Training als auch Rennen bestreiten.

Am Samstagmorgen zeigte sich die fast 25km lange Rennstrecke nass wie nach einem Regenguss. Grund war dichter Nebel, der die Piste über Nach fest im Griff hatte und sich erst mit Sonnenaufgang verzog. In der Hoffnung, dass die Aprilsonne gemeinsam mit den gut 180 Startern die Ideallinie flott abtrocknete, zögerte das Team den Start ins Training soweit wie möglich raus. Teamchef Henke ging als erster auf die Strecke und hatte auf Anhieb Glück: Nahezu ohne Behinderungen durch Un- oder Ausfälle anderer Starter konnte er sofort die für semiQuarz die schnellste Runde drehen. Zwar erreichte er keine Glanz-Zeit, jedoch konnte er den Renault Clio auf einen aussichtsreichen Platz im Mittelfeld stellen. Wolf indes haderte mit kalten Reifen, die wegen der geringen Asphalttemperaturen auch nicht warm werden wollten. Nur drei Runden drehten beide, wohlweislich, um den Wagen fürs Rennen zu schonen.

 

Schlauch hält nicht, was er verspricht

Es sollte auch der Teamchef sein, dem die Ehre des ersten Starts der neuen Saison gebührte: Wenige Minuten nach 12 Uhr überquerte Dietmar Henke im Renault Cup Clio erstmalig die Start-Ziel-Linie. Aus den Tiefen des Mittelfeldes tauchte der optische

Leckerbissen auf und konnte noch vor der ersten Kurve etliche Plätze gut machen. Im Verlauf der ersten Runde verbesserte sich Henke kontinuierlich, bis am Ende der ersten Runde Probleme auftraten: Mit einer massiven Qualmwolke am Heck und nach oben schnellender Wassertemperatur stellte er den Wagen am Ende der Start-Ziel-Geraden ab. Die Streckensicherung zog den Renault in den nächsten „Notausgang“. Massiver Wasserverlust war die Ursache, die Henke schnell ausmachte. Mit einer an der Strecke durchgeführten Notreparatur schleppte sich der Clio nach 30 Minuten Standzeit an die  Box, wo die Mechaniker des Teams Walli einen defekten Wasserschlauch tauschten und Kühlmittel nachfüllten. Teamchef Henke versuchte erneut sein Glück, das ihm aber nicht hold war: Die Wassertemperatur spielte verrückt und erneut suchte er über den Notausgang die rettende Box auf. Weit abgeschlagen und ohne Hoffnung auf Punkte oder Pokale deklarierte das Team den ersten Lauf zum „Testlauf“, doch auch der sollte alsbald sein Ende finden. Die Probleme mit der Motorkühlung fanden kein Ende und nach weiteren, nur kurzen Testrunden stellte man den Wagen ab, um einen Motorschaden durch mangelnde Kühlung zu vermeiden. Trotz der Probleme konnte Dietmar Henke zeigen, was der Clio zu leisten vermag: In nur einer Runde hat er mehr als fünf Positionen im starken Starterfeld der Cup-Clios gut gemacht. Bis zum kommenden Lauf Ende April hat das Team Walli, das den semiQuarz-Clio betreut, Zeit, aller Probleme Herr zu werden. Übrigens: Während das Team die Box ausräumte und den waidwunden Clio verlud, war Konstantin Wolf mit Vollgas unterwegs nach Hause. Der Junge Rennfahrer ist an diesem Wochenende Vater geworden!

Das nächste Rennen startet am 30. April, die Renndistanz beträgt vier Stunden.

 

Stimmen nach dem Rennen

Dietmar Henke, Teamchef und Fahrer

„Im Training habe ich mich zurück gehalten, um auf der schweren Strecke keine Schäden zu verursachen. Die gefahrene Zeit war nicht überragend, aber dennoch gut für das Mittelfeld. Die erste Runde lief nahezu perfekt: Direkt nach dem Start konnte ich etliche Plätze gut machen und mich im weiteren Verlauf weiter nach vorne kämpfen. Kurz nach Beginn der zweiten Runde sah ich Rauch im Rückspiegel, die Wassertemperatur war im roten Bereich. In der Box stellten wir fest, dass ein Kühlwasserschlauch, ein originales Renault Ersatzteil, aus dem Anschluss gesprungen war. Es war kein Montagefehler, die Schlauchverbindung hat vermutlich dem hohen Wasserdruck nicht standgehalten. Ursache dafür, so die erste Diagnose, ist ein defektes Thermostat. Das Team Walli kümmert sich um das Fahrzeug und ich bin sicher, dass der Fehler rasch gefunden wird. Wir hoffen, dass der Motor keinen Schaden davon getragen hat. Ich gratuliere Konstantin zur Geburt des Nachwuchses und wünsche ihm alles erdenklich Gute!“

Konstantin Wolf, Fahrer

„So richtig bin ich gar nicht zum Fahren gekommen – nur zwei Trainingsrunden konnte ich absolvieren. Und da war es extrem nass und rutschig. Ich hoffe, dass der Wagen zum nächsten Lauf standfest ist und ich ins Renngeschehen eingreifen kann. Jetzt habe ich vier Wochen, um mich in die Vaterrolle zu finden und dann darf ich wieder im Clio Gas geben.“

 

geschrieben von: Redaktionsbüro Meuren | 5.04.2011, 19:14