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Derscheid: Ungefährdeter Klassensieg

Derscheid: Ungefährdeter Klassensieg

Das am Ersatzauto des Team Derscheid erledigte „Feintuning“ trug schon im letzten Rennen zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) Früchte, die Arbeit wurde mit einem Klassensieg belohnt. Auch nach dem Training zum 6. Lauf der VLN war für alle Starter der Klasse V2 klar: Der Weg zum Sieg führt nur über das Team Derscheid.

Spürbar kühler präsentierte sich das Wetter beim 6. Lauf zur VLN als noch beim Rennen vor 14 Tagen. Mehr Sauerstoff lag in der Luft, die Motoren der VLN-Protagonisten konnten tiefer durchatmen. Auch das Aggregat des Ersatzautos vom Team Derscheid: Schon in der zweiten Trainingsrunde konnte Michael Flehmer (Heiligenhaus) mit 10:26 eine unverkennbare Marke setzen, die Teamchef und Fahrer Rolf Derscheid mit 10:29 Minuten nicht unterbieten konnten. Eine zweite schnelle Runde von Rolf Derscheid wurde schon im Ansatz zu Nichte gemacht: Langsamere Teilnehmer ignorierten das blaue Flaggensignal und bremsten den BMW 318is des Team Derscheid aus, so dass man sich entschloss, sein Material zu schonen. Die eingefahrene Zeit hatte bis zum Ende des Trainings Bestand und der BMW stand auf Startplatz eins der Klasse V2.

Erste Hälfte ereignislos, zweite Hälfte ausfallgeprägt

Michael Flehmer übernahm wie gewohnt den Start, konnte sich direkt vom Verfolgerfeld absetzen und machte ordnungsgemäß den schnelleren Fahrzeugen größerer Klassen Platz. Ab der Einfahrt zur Nordschleife war Flehmer jedoch wieder an den Schnelleren dran und zeigte, dass mit einem beherzten Fahrstil trotz leistungsmäßig schwächerem Fahrzeug auch große Autos unter Druck zu setzen sind. Im Paarflug mit einem Auto einer höheren Klasse drehte Flehmer seine Runden. Nach insgesamt 12 Umläufen war Schluss mit der Parade und Flehmer lenkte den BMW planmäßig in die Boxengasse, um den Wagen an seinen Teamchef Rolf Derscheid zu übergeben. Während des Fahrerwechsels tauschten die Mechaniker die Räder, kontrollierten die Flüssigkeitsstände, füllten den Tank und schickten ihren Chef für zwei Stunden auf die Renn-Reise durch die Eifel. Weitere elf Runden an der Spitze der Klasse V2 legte das Ersatzauto des Team Derscheid klaglos zurück. Lediglich der Fahrer selbst hatte offenbar Gründe zur Klage: Je länger das Rennen dauerte, desto mehr stiegen seine Rundenzeiten. Das lag aber weder am Fahrer noch am Wagen, sondern schlichtweg an den Ausfällen, die besonders in der zweiten Rennhälfte enorm zunahmen. Nach 23 Rennrunden beendete das schwarz-weiß-karierte Tuch die Triumphfahrt für den BMW des Team Derscheid. Mit dem zweiten Klassensieg in Folge nehmen die beiden Fahrer den Kontakt zur Spitze im Kampf um die Meisterschaft wieder auf. Mit nur 13 Punkten Rückstand liegen beide nun auf Rang 21 von knapp 800 in der Tabelle geführten Fahrern. Rein rechnerisch besteht durchaus die Möglichkeit, den Erfolg von 2009 einzustellen oder zu toppen.

Der nächste Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) findet am 31. Juli 2010 statt. Die Renndistanz beträgt sechs Stunden.

Stimmen nach dem Rennen

Rolf Derscheid, Teamchef und Fahrer:

„Die Bürde, das Auto auf Platz eins liegend ins Ziel zu bringen, war diesmal besonders schwer. Überall gab es zum Teil heftige Unfälle, die Strecke glich zeitweise einem Trümmerfeld. Da hat man sich das Auto schnell beschädigt und fällt ebenfalls aus. Gleichzeitig durfte ich die Gegner nicht aus den Augen lassen. Auch die Fahrer der anderen Teams sind flott unterwegs und warten nur auf einen Fehler. Alles in allem ein gutes Rennen, bei dem ich mehr als einmal ein Überholmanöver abgebrochen habe, um den Wagen zu schonen. Jetzt arbeiten wir mit Hochdruck auf das 6h-Rennen hin.“
Michael Flehmer, Fahrer:

„Eigentlich schon ein wenig langweilig, wäre da nicht die Fahrt mit dem Kollegen gewesen. Wir haben uns ständig in der Führungsarbeit abgewechselt und hatten so jede Menge Spaß. Das Ersatzauto läuft sehr gut, das Fahrwerk ist Spitze und die Jungs in der Box haben gute Arbeit geleistet.“

geschrieben von: Redaktionsbüro Meuren

| 22.07.2010, 19:09